Treffen in Lamego

Der Gong hat die Stunde vor zehn Minuten eingeläutet. Doch der Unterricht kommt nur schleppend in Gang. Die Schüler brüten über dem französischen Subjonctif. Verbformen sind in einen Lückentext einzusetzen. In der nächsten Stunde werden sich die Jugendlichen durch das Dickicht der englischen Pronomen kämpfen und dazu eine Tabelle im Heft anlegen. Das Gefühl beim Sprachenlernen im Elfenbeinturm zu sitzen, kennen die Schüler gut. Mit dem Programm Erasmus+ kommt Europa ins Klassenzimmer und die Schüler zu den KollegInnen in Schweden, Italien oder Portugal.

Im Rahmen von gemeinschaftlichen Projekten kooperieren die Jugendlichen mit ausländischen Schulen, tauschen Texte, Bilder und Tonmaterial in ihrer eigenen und der Fremdsprache aus oder chatten whähred des Unterrichts mit Schülern aus einem anderen europäischen Land. Europa live - und das im Unterricht. Was für die Schüler Inspiration ist, ist er für Lehrer nicht minder. Denn sie organisieren Chats und Videokonferenzen und probieren neue didaktische Methoden aus. Dadurch wird ihr Unterricht lebendiger und abwechslungsreicher.

Möglich wird das Ganze durch das Erasmus+ Programm der Europäischen Union, das den Schülerinnen Aufenthalte zum Kennenlernen und Austauschen in Europa finanziert. Und unsere Schülerinnen sind mit dabei: vom 19. bis 23. November hieß das Ziel Lamego in Portugal. Dabei waren die Schülerinnen in Gastfamilien untergebracht und besuchten den Unterricht in der portugiesischen Schule, aber auch die nahegelegene Universität sowie die zahlreichen Monumente in Lamego. Die Lehrer arbeiteten an gemeinsamen Unterrichtsstunden in Französisch, Spanisch und Deutsch, die dann auch gleich in kleinen Gruppen ausprobiert und evaluiert wurden. Der Spaß kam nicht zu kurz und so war das Treffen rundum ein Erfolg.

Martina Keller und Christiane Eichel